Tag 20: Abtreten

Der letzte Tag

Um 04:00 Uhr stehen wir auf. Zum Frühstück gibt es ein Gifpeli und ein Comella. Die Küche hat wohl keine Ausrüstung mehr. Das wird also ein hungriger Tag. 04:45 Uhr, ein weiteres Antrittsverlesen, anschliessend bewege ich mich nur noch im Detachement, welches die Unterkunft abgibt. Ich falte Bettdecken standardisiert zusammen, zähle Bügel, putze Tische und wische den Boden der Zimmer, der Treppenhäuser und der Parkdienst-stände. Zwischendurch wandere ich immer mal wieder in den Soldaten-Pool, wo auf neue Befehle und Aufträge gewartet wird.

Aufregen tue ich mich ein wenig über „Kameraden“, welche einen Auftrag mit einigen anderen erhalten und nach 5 Minuten irgendwo verschwinden und eine Stunde schlafen. Die ganze Arbeit bleibt dann an den anderen hängen. Nicht, dass das so sonderlich schlimm wäre, denn irgendetwas muss man ja tun um die Zeit rumzukriegen. Aber diese „Schlafsäcke“ sind natürlich auch immer die lautesten Schreihälse, wenn es darum geht, zu erzählen, was sie heute alles gemacht und geleistet hätten.

Um etwa 11 Uhr ist die Kaserne „abgenommen“, wir steigen in einen Truppentransporter ein und werden zum Logistikzentrum chauffiert. Dort angekommen, gibt es ein Sandwich, ein Ice-Tea und ein Apfel zum Lunch.

Warten

Um 13:00 Uhr sind nur noch wenige Detachements aktiv. Der Rest der Truppe (geschätzte 150 Mann) lungert herum,
"Der Rest der Truppe lungert herum..."
jasst, hört Musik und liest. Wir warten darauf, dass die Abrechnung abgeschlossen wird. Um 15:00 Uhr werden Abfallsäcke verteilt. Wir sollen mit Aufräumen beginnen, es könne nicht mehr lange dauern. Den Fourier, der vermutlich bei der Abrechnung dabei sein sollte, sieht man allerdings immer noch unter der Truppe herumlungern.

Abtreten

Um 15:30 Uhr ist es dann soweit, wir stellen uns zum letzten Antrittsverlesen auf und erhalten unseren Sold (95.- für die letzten 20 Tage, 5.- Abzug als Reserve für Materialverluste, da wir keine Verlust hatten, wird dieses Geld in der Kompaniekasse landen). Wir werden entlassen, aber natürlich werden keine Busse organisiert, um die 250 Mann an den Bahnhof zu bringen. Notabene hat jeder Soldat etwa 35 kg Ausrüstung dabei, die 2.5 km zum Hauptbahnhof will also keiner in der heissen Nachmittagssonne zu Fuss zurücklegen. Einige rufen sich ein Taxi, andere haben jemanden organisiert, der sie abholt. Ich laufe zusammen mit einigen anderen zum kleineren Bahnhof der sich 700 m entfernt befindet, dafür aber viel schlechtere Verbindungen hat. Ein kurzes „Tschüss“ und ab geht es nach Hause.

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