Tag 10: Flüssiges Frühstück - Teil 2

Fussball und Sport

Wir verschieben in Richtung Kaserne, nachdem unser Offizier den Kompaniekommandant um Erlaubnis gefragt hat, einen ungeplanten Sport-block für ein Fussballspiel zu genehmigen. Da wir in der letzten Übung so gut abgeschnitten haben, ist das kein Problem und wir werden belohnt (Achtung Ironie). Wir ziehen uns also unsere Sportsachen an und spielen dann für knapp 90 Minuten Fussball. Gegen Ende ist meine Ausdauer etwas angeschlagen und ich konzentriere mich auf „strategisch wichtige Abwehraktionen“ die nicht mehr so lauf-intensiv sind. Das gelingt, denke ich, nicht mal so schlecht.

Waffen- und Schuhinspektion

Ab 18:00 Uhr gibt es Nachtessen. Wir sind zu spät, weil wir noch duschen. Um 19 Uhr hätten wir theoretisch 45 Minuten Zeit, um die Fahrzeuge einmal mehr auf Vordermann zu bringen. Dies taten wir allerdings schon vor dem Mittagessen und können uns somit aufs Putzen der persönlichen Waffe konzentrieren. Das dauert circa 30 Minuten und um 20:00 Uhr beginnt die Inspektion der eigenen Waffe. Keine Probleme für mich, denn meine Waffe wurde erst ein paar mal benutzt seit sie aus dem Zeughaus, also frisch revidiert, abgeholt wurde. Das ganze dauert aber ewig, weil alle (d.h. die gesamte Kompanie) gleichzeitig anstehen. Wir sind also bei weitem nicht die einzigen, welche bereits Vorarbeit geleistet haben und unsere Waffen vorher geputzt haben.

Die Schuhinspektion findet direkt anschliessend statt. Diese Inspektion ist im Prinzip freiwillig, ich zeige allerdings meine Kampfstiefel, denn die Sohle löst sich bei einem Paar und ich hätte das gerne repariert. Der Schuhmacher gibt mir allerdings zur Antwort, dass er diese Stiefel nicht mehr flicken könne. Mann könne sie vielleicht noch 2 Stunden, vielleicht aber auch noch einen Monat tragen, bevor die Sohle komplett abfallen werde. Ersatz gäbe es dafür nicht. Mein noch intaktes Paar sei aber bereit um die Sohle zu ersetzen, er wolle es mir aber jetzt nicht nehmen,
"...wir dürfen mit unserem Zug einen separaten Abend planen, der deutlich weniger Restriktionen unterliegt als der offizielle Anlass."
sonst müsste ich möglicherweise in den Turnschuhen Dienst leisten. Ich solle das noch funktionierende Paar in meiner Freizeit ins Zeughaus bringen und reparieren lassen. Ja klar, ich hab ja nichts anderes zu tun..

Planung Zugsabend und Hamburgertaufe

Um etwa 21:00 Uhr treffen sich alle „Nichthamburger“ des Zugs, um zu besprechen, wie die WK-Frischlinge (sogenannte Hamburger) in der neuen Einheit aufgenommen, das heisst „getauft“ werden. Diese Hamburgertaufen sind in den letzten Jahren regelmässig in den Schlagzeilen der Medien aufgetaucht, weil sie häufig eskalieren. Bei uns ein wenig speziell: Wir müssen während dem Kompanieabend, also einem mehr oder weniger festlichen Zusammenkommen der gesamten Kompanie, wo üblicherweise eben auch Hamburger getauft werden, Wachtdienst schieben. Das heisst aber auch, wir dürfen mit unserem Zug einen separaten Abend planen, der deutlich weniger Restriktionen unterliegt als der offizielle Anlass. Bei uns geplant sind für die Hamburgertaufe: Physische Anstrengungen, militärische Drills, Parcours mit rohen Eiern im Mund, Trinkspiele.

Anschliessend an die kurze Besprechung gibts einen „Plättliabend“ in unserem Zimmer. Das heisst es wird Käse, Wurst, und Snacks mit Bier und Wein aufgetischt. Nicht dass wir nicht genügend zu essen erhalten, aber was solls. Kurze Zeit später kommt unser Offizier ins Zimmer und gibt Befehle für den nächsten Morgen. Er ignoriert das Bier und den Wein gekonnt, trotz Alkoholverbot in der Kaserne.

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