Tag 1: Fahrerrepetitorium - Teil 2

Praktischer Repetitionsparcours

Um 15:00 Uhr gehts endlich los. Wir besteigen unsere Fahrzeuge und fahren zu zweit zum Repetitionsparcours. Grundsätzlich eine sehr gute Idee: Der Eagle ist 2.35 m breit, eine typische Strasse ist vielleicht 2.60 m. Muss unterwegs also ein Fahrradfahrer überholt werden, wird es schon mal eng. Ausserdem ist es absolut nichts aussergewöhnliches, einen Aussenspiegel während der Fahrt wegzuhauen. Was mich betrifft fahre ich erstens relativ unregelmässig Auto, und zweitens noch seltener ein solches Kaliber. Einen kleinen Parcours um mich daran zu gewöhnen finde ich deshalb eine intelligente Sache. Nun setzen wir das also in die Praxis um: Der Parcours befindet sich gut 10 km vom Logistikzentrum. Erste Hürde ist also, ohne Schaden anzurichten, am Übungsparcours anzukommen. Zweite Hürde: Wir verschieben (d.h. fahren) im Verband, also insgesamt mehr als ein Duzend Fahrzeuge hintereinander, zu diesem Parcours.
"Selbstverständlich verlieren wir die ersten Fahrzeuge bereits an der zweiten Kreuzung."
Selbstverständlich verlieren wir die ersten Fahrzeuge bereits an der zweiten Kreuzung. Wir können dem führenden Fahrzeug noch folgen, merken allerdings erst nach 15 Minuten, dass der Unteroffizier, der die Karte liest, nicht weiss wo der Parcours aufgestellt ist. Er führt uns in eine Sackgasse, in der am Schluss etwa acht Fahrzeuge feststecken. Zehn Minuten später bin ich (unerlaubterweise, da noch nicht geübt..) bereits 200 m rückwärts gefahren ohne den Parcours gesehen zu haben. Der befehlshabende Unteroffizier entscheidet daraufhin, dass wir den Parcour nicht mehr machen und dass wir weiterfahren. Was nicht so klar ist: Fahren wir weiter, zum Standort des WKs oder zurück zum Armee-Logistik-Zentrum? Auf dem Weg wird unser Konvoi vom zivilen Verkehrsfluss in Stücke gerissen und einige Fahrzeuge fahren selbstständig zum Standort, während andere zurück zum ALZ fahren. Einige Telefonate und eine Stunde nachdem wir abgefahren sind, finden sich um 16:00 Uhr alle Fahrzeuge wieder im Logistikzentrum ein.

Verschieben zum WK Standort

Es wird zunächst pro Fahrzeug ein Fahrer eingeteilt um möglichst alle Fahrzeuge ins zwei Stunden entfernte St. Gallische Neuchlen zu transportieren. Nach 10 Minuten sind alle Fahrzeuge inklusive Lenker bereit. Es gibt sogar einige Fahrzeuge die doppelt besetzt sind. 16:20 Uhr: Strategiewechsel: Nun müssen plötzlich zwei Personen pro Fahrzeug eingeteilt werden. Keine schlechte Idee, es wäre nicht das erste Mal, dass ein Fahrer bei warmen Temperaturen einschläft und verunglückt. Wir Soldaten schauen uns deswegen nur leicht verwundert an und stellen die vorher in einer Kolone aufgestellten Fahrzeuge zurück in die Garage. Natürlich müssen diese einigermassen gerade und ausgerichtet stehen, dass macht sonst keinen Eindruck. Weitere Minuten verstreichen also ungenutzt. Das Detachement KVK (Kader Vorbereitungs-Kurs) wird die nun parkierten Fahrzeuge während der nächsten Woche nach Neuchlen transportieren. Um 16:45 werden wir zu einer Besprechung der Route, welche vorher schon als A4 Ausdruck ausgehändigt wurde, zusammengetrommelt. Auf dem Papier steht: „Ausfahrt St.Gallen Winkeln“. Der aussergewöhnlich gut informierte Unteroffizier befiehlt uns aber während der Besprechung die „Ausfahrt St. Gallen Gossau“ zu verwenden. Jemand bemerkt den Widerspruch, interveniert und am Schluss gilt was auf
"Selbstverständlich haben wir,dank der hervorragenden Organisation, unsere Abfahrt so getimt, dass wir im Feierabend-verkehr und -stau in Zürich landen."
dem Papierchen steht. Was ich von der Besprechung mitnehme? Das Ziel sei eine unfallfreie Verschiebung. Selbstverständlich haben wir, dank der hervorragenden Organisation, unsere Abfahrt so getimt, dass wir im Feierabend-verkehr und -stau in Zürich landen. Intelligente Unfallverhütung sieht anders aus. Trotzdem geht alles gut und wir erreichen die Kaserne Neuchlen um 18:45 Uhr. Nach dem Parkieren, lautet der Befehl klar, auf dem Fahrzeug zu warten und sich bereit zu halten. Zehn Minuten später werden unsere Fahrzeuge einparkiert. Der Furhpark mit dem Sicherheitszaun steht glücklicherweise schon. Unglücklicherweise haben sich einige Fahrer bereits verabschiedet (trotz klarem Befehle zu warten) und sind mit den Duros zum Bahnhof chauffiert worden. Für den Rest von uns (wir Armleuchter die uns an Regeln halten) heisst das, die zusätzlichen Fahrzeuge auch noch im Fuhrpark zu parkieren. Anschliessend werden auch wir, ohne Abendessen auf den Weg nach Hause geschickt.

19:49 Uhr erwische ich den Zug nach Zürich, nachdem ich die übriggebliebenen 3 Minuten dazu verwende, im Kiosk etwas zu essen zu holen.

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